Mit den Mädchen unterwegs

OnkelW

Tja lieber Jockel, deine Drohung habe ich wohl etwas missverstanden. Ich dachte die nächste Tour solle unter diesem Motto mit ein paar feschen, von dir georderten, Blondinen gefahren werden, das Rad ist bereits auf Hochglanz poliert…andererseits bietet es sich natürlich an, dass von der Planung bis zur Vollendung alles aus einer Hand kommt. Eigentlich ist ja den Berichten von Jockel und EL nicht hinzuzufügen, aber vielleicht schaffe ich es noch einpaar kleine Gedanken danieder zu schreiben.

Nach langem Kampf in meinem Innersten, hin- und hergerissen zwischen der Vernunft, nach einer halb durchzechten Nacht bei den Berliner Sixdays dem Körper etwas Ruhe zu gönnen und der Unvernunft mich nach 4 Stunden Schlaf mit noch leichter Dröhnung aus dem Bett zu quälen und geländeradsportlichen Aktivitäten nachzugehen, hat die Unvernunft gewonnen. Bartko,. Fulst, Fiedler, Podlesch & Co. hatten das Feuer in mir entfacht, meinen Körper und das Alu-Geröhr mal wieder ordentlich zu schinden. In Bernau traf ich auf Kader Ackebua, mit welchem ich kurz darauf den Zug nach Angermünde bestieg in dem schon EL, PDA und Jockel sich befanden. Während der Fahrt konnte man wieder allerlei Wissenswertes über neueste technische Errungenschaften und Neubauvorhaben der Bahn AG erfahren und kurz darauf wurden wir schon auf den Bahnhof Angermünde gespuckt.

Ohne Umwege ging es raus auf die Straße und schon war Jockel hinter einigen Kurven verschwunden, der mehrmalige Hinweis, eine halbwegs gesittete Geschwindigkeit anzuschlagen, war wohl auf taube Ohren gestoßen. Also hechteten erstmal alle dem schwarzen Punkt in der Ferne hinterher, durch wahre Monumente sozialistischer Baukunst, welche es also auch auf dem Lande gibt. Weiter ging es dann auf ar…glatten Wegen der Sonne entgegen, EL polierte die Wege hinter uns noch etwas nach, um die Effekte der im Eis glitzernden strahlenden Sonne noch etwas zu erhöhen. Dann ging es hinein in die, scheinbar unberührte, winterliche Natur, auf von Wildsäuen zerwühlten Wegen und Pfaden durch knirschenden Schnee. Es fiel mir zugegeben schwer, meine fast 90 kilo durch den Schnee, Hügel rauf und Hügel runter, zu schieben. Neidisch gedachte ich der Glücklichen, welche im Velodrom auf dem fein geschliffenen Lattenoval in beheizter Arena ihre Runden drehen durften. In Anbetracht des angeschlagenen Tempos viel es auch meistens schwer, sich der Schönheiten der Natur zu erfreuen. Lichtblicke ergaben sich immer auf den Forstwegen, auf denen schon eine schöne Fahrspur war und ein zügiges, fast lautloses, dahingleiten erlaubten.

Eine kurze Zwangspause ergab sich, als sich ein Knüppel, dick wie mein Handgelenk, in meine Speichen verirrte. Leider vermochte erst die zweite Speiche den Wiederstand zu brechen, die Erste wurde sprichwörtlich geköpft. Also ging es weiter mit eierndem Hinterrad, durch die verschneiten Weiten Brandenburgs, Hügel rauf und Hügel runter, am Webellinsee entlang, auf ar…glatten Wegen. Leider warf es mich auch einmal zu Boden, jedoch konnte ich die genannten Falltechniken nicht anwenden, da sich mein Gesicht bedrohlich schnell einem gefällten Baumstamm näherte. Ich zog es eher vor, den frühzeitigen Bremsvorgang mit dem Knie einzuleiten….aua.

Fortsetzung folgt…

[Anmkg. von rob: die angedrohte Fortsetzung kam leider nie]

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