Mal wieder embedded journalism (oldschool)

von rikman

Wolln wa ma wieder wie frueher…

Auch wenn kein langer, aufregender Bericht folgt (dafuer sind in der Regel andere zustaendig; ausserdem war es dafuer doch zu laaaaaaaaaangweilig heute), moechte ich mal wieder die Tradition der Tourenstories samt „embedded stuff“ in Erinnerung rufen. War es doch der ESK, der regelmaessig Hoehenprofile und Top50-Overlays mit zu seinen — einmalig klassischen und erstklassigen — Tourenberichten geliefert hat.

Das Wetter ist ja irgendwie die ganze Woche schon recht schoen gewesen, so wollte ich gestern nach der Arbeit eigentlich eine leckere Tour drehen. Irgendwie kam dann das SfdK und der Sage Club dazwischen, so dass ich erst um kurz vor 6 Uhr zu Hause war. Na ja, arbeiten konnte ich gestern nicht mehr, nach dem Ausschlafen und so weiter war der Tag schwupsdiwups auch schon vorbei. Nichts mit Tour. Dafuer aber heute, habe ich mir selbst versprochen. Wir sind ja letzte Woche schon mit jockel und seinem Piepel von Erkner nach Bestensee zu meinen Eltern Kuchen futtern gefahren, und weil es mir dort — wie immer — sehr lecker geschmeckt hat, bot es sich an heute die gleiche Strecke zu fahren. Da heute aber kein Bremser dabei war (jockel plus Kinderhaenger; nicht boese sein ;-)), konnte ich die Tour laenger und schneller gestalten. Neue Kurbel/Innenlager habe ich ja auch seit Donnerstag dran und die wollten auch angetestet werden.

Startpunkt war wieder Erkner, dann ging es erst mal knapp zehn Kilometer Singletracks im Loecknitztal entlang (ohne Spaziergaenger; einfach nur geil). In Klein Wall sah ich irgendwelche schwarzkuttigen Sektianer im Garten eines Hauses eine Messe feiern, nach kurzem, indirekten Hinsehen entschloss ich mich, schleunigst das Weite zu suchen, ich wollte ja nicht samt Lycra-Klamotten ungegrillt irgendeiner ominoesen Gottensgestalt geopfert werden. Am Bahnuebergang zwischen Klein Wall und Moenchwinkel konnte ich dann Erstaunliches beobachten. Auf Grund des dortigen Streckenausbaus (jockel weiss dazu sicher mehr falls Interesse besteht), sind dort alle 50 Meter automatische Hupen installiert, so dass die Bauluden nicht von der Lok ueberrollt werden und waehrend der Zugdurchfahrt Bier trinken koennen. Schranke war jedenfalls unten, auf der gegenueberliegenden Seite stand Oma und Opa und wollten wohl auch rueber. Ich warte so, lass mir die Sonne auf den Pelz scheinen und beobachte Omi und Opi. Auf einmal ging die Hupe los, die direkt an der Schranke stand. Resultat: Omi hat sich so erschrocken, dass sie samt Rad umgekippt ist. Ich dachte gleich „Oh scheisse, siebenfacher Oberschenkelhalsbruch“ und musste tierisch grinsen. Aber Opi half ihr wieder auf. Den Bahnuebergang ueberquerten die beiden nicht mehr, sondern drehten auf der Stelle um und fuhren von dannen.

In Moenchwinkel war wie immer alles tot, aber nicht so hinter der Bruecke ueber die Spree. Da sah ich ca. 100 Jugendliche, die mit Kettensaegen und Aexten durch den jungen Kiefernforst gerannt sind und etliche Baeume umgelegt hatten. Sah aus, als ob die Aermsten zu einem lecker Arbeitseinsatz der Jung-/Thaelmannpioniere verpflichtet worden sind. Auch hier war schnell verpissen angesagt, auf die haesslichen Geraeusche einer Kettensaege kann ich gerne verzichten, zumal ich mich eigentlich in der Natur erholen wollte und ausser dem Geraeusch meines Freilaufs und meiner hin und wieder mal quietschenden Scheibenbremse eigentlich nichts hoeren wollte. Ich beschloss diesmal nicht das langweile (Klapper-) Kuechengestell langzufahren, sondern weiter noerdlich direkt an der Spree. Nach drei Kilometern oder so hatte ich aber keinen Bock mehr, staendig Gestruepp aus dem Schaltwerk zu pulen und meine Wirbelsaeule durch kartoffelfeldaffine Querfurchen zu quaelen, so dass ich dann doch aufs Kuechengestell zusteuerte.

Dieses fuhr ich dann, ein Lied pfeifend, bis Grosse Traenke, wo ich bei meiner ersten/einzigen (kleinen) Pause beobachten konnte, wie ein polnischer Schubverband mit ca. 150 Metern laenge durch das Schleusenbecken fuhr. Rechts und links waren zwischen dem Kahn und der Schleusenwand ca. 20-30 Zentimeter Platz und der Typ hat es echt geschafft, die Bude ohne anzukratzen da durchzubekommen. Hat sich danach bestimmt erst mal einen uebern Durst gegoennt, der Gute. Von hier ging es dann direkt am Oder-Spree-Kanal lang durch Braunsdorf Richtung Spreenhagen. Von dort an wurde es recht laaaaaaaaangweilig, aber Tempo konnte gemacht werden. Ruckzuck war ich in Niederlehme am Huehner-KZ (jockel: ist man gut, dass wir letzte Woche den „falschen“ Weg am Flurstueck 182 genommen haben; der „richtige“ hat sich naemlich als PPW (Pferdepissweg) entpuppt; saeuische Quaelerei das). Dann schnell durch Niederlehme, den Tiergarten, Senzig, Koerbiskrug und dann endlich in Bestensee angekommen.

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