Fette Reise durch die nordöstliche Mark Brandenburg

von jockel

Sonntags wird in hiesigen Breiten immer scharf geritten. Damit dies auch heute wieder so sei und onkel nicht schimpfen muß habe ich mir ja bereits im Vorfeld die Jacke angezogen und mich vor den Karren gespannt.

Der Wetterbericht verhieß einen sonnigen Tag und sogar der Wind sollte in die richtige Richtung blasen. Eigentlich zuviel der guten Dinge, sollte es doch wieder richtig hart werden.
Da seinerzeit, als es um die Verteilung der Berge ging, andere Bundesländer immer lauter „Hier“ geschrieen hatten, müssen wir uns eben durch Entfernung, Auslassung von Pausen und schier unmenschliche Geschwindigkeit das Leben schwer machen. So zumindest dachten viele. Na ja, dass mit der Entfernung, dem Auslassen von Pausen und der Geschwindigkeit, dass stimmt schon, aber Onkel Wanja (meine Wenigkeit) würde ja nicht mit zweitem Namen „The Map“ genannt werden, wenn er nicht die heimischen Landkarten und die darauf abgebildeten Höhenlinien schon in grauer Vor-ESK-Zeit auswendig gelernt hätte und somit über einen recht ausgewogenen Fundus an schönen, die Ahnungslosen immer wieder kalt erwischenden Steigungskilometern kennen würde.
Außerdem wurde, um Rikman einen pünktlichen Arbeitsbeginn zu ermöglichen kurzerhand die Startzeit auf 09:00 vorverlegt.

Der Plan, so das Feld zu verkleinern, schien auch aufzugehen, denn als ich gegen 09:05 den S-Bahnsteig im Ostbahnhof erreichte stand dort nur Rostsammler und freute sich wie verrückt, dass er heute mit mir alleine auf Tour sein sollte. Auch als die avisierte S-Bahn einlief war niemand weiter zu sehen. Rostsammler entschied, dass es wohl besser sein würde, wenn wir in Neuenhagen warten würden und so saßen wir auf.
Aber schon an der nächsten Station stieg unerwartet G-Punkt zu und berichtete, dass er Funkkontakt zu Rikman hatte und dieser ihm per Verschlüsselter Botschaft zu verstehen gegeben hatte, dass er, sowie Frank und Clemens1 bereits unterwegs ins Zielgebiet wären, da sie es nicht mehr ausgehalten hätten. Wieder eine Station später konnte ich schotter erspähen, doch bevor ich ihm Zeichen geben konnte aufzusitzen wurde er bereits von Mr.Hyde, welcher sich von uns unbemerkt ebenfalls im Zug aufhielt in die Bahn gewunken. Und in Neuenhagen wiederum wartete bereits rob auf uns, der meinen Ratschlag befolgt hatte und bereits zum Vorglühen von Rahnsdorf, seinem Heimatörtchen , nach Neuenhagen geeilt war.

Kurz und gut, fogende Kombatenten begaben sich gegen 10:00 von Neuenhagen aus in die matschige Spur:

  • rikman,
  • rob,
  • rostsammler,
  • schotter,
  • mr.hyde,
  • g-punkt,
  • frank,
  • clemens1,
  • jockel

Das Tempo wurde diesmal, auf Wunsch eines Einzelnen anfangs etwas gedrosselt (hätte ich zu diesem Zeitpunkt bereits geahnt wohin das führen würde hätte ich gleich voll reingehalten , na dann eben nächstes Mal wieder). Flugs wurde über Luisenhof Altlandsberg erreicht und schon waren wir in den unendlichen Wäldern nördlich von Strausberg. Eilends ging es weiter in Richtung Norden (…niemand konnte uns aufhalten) als ich beschloss, nach nunmehr 30 Kilometern eine erste kleine Riegelpause anzuberaumen. Als wir schon eine Weile rumstanden wurde uns plötzlich gewahr, dass Rob und G-Punkt wohl in den unendlichen Weiten in eine Anomalie im Raum-Zeit-Kontinuum geraten sein mussten, denn sie waren nicht auffindbar. Schmerzlich wurde uns an diesem tragischen Verlust klar, wie vergänglich wir alle sind. Was fiel uns für ein Stein vom Herzen, als Rob dann doch noch erschien. Allerdings nur, um uns ein Referat über Kameradschaft, unterlassene Hilfeleistung, Menschlichkeit im Allgemeinen und dergleichen mehr zu halten. Die Führungsriege beriet sich daraufhin kurz und es wurde der Beschluss gefasst, künftig mehr auf unsere menschlichen Ressourcen zu achten. Etwas später tauchte dann auch noch G-Punkt auf. Der Junge sah nicht gut aus, er klagte über Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein und genau so sah er aus. Nachdem die Stimmen niedergeschrieen waren, welche forderten ihn (G-Punkt) gleich hier vor Ort zu verscharren und seine Ausrüstung unter die Übrigen zu verteilen, wurde beschlossen ihm einen würdigen Abgang zu verschaffen. Er durfte sich kurz auf der Karte orientieren, wo wir überhaupt waren und entschloss sich auf der Straße nach Bad Freienwalde zu fahren um dort eine eventuell kommende Bahn zu entern, welche ihn wieder in die Heimat bringen würde. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet gelang dieses Vorhaben und der Gute liegt nun mit Fieber im Bett und versucht eine wieder aufgebrochene Erkältung in den Griff zu bekommen. Gute Besserung.

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