Massives Reparaturaufkommen – aber Sonne!

von ritzelflitzer

Entgegen allen Prognosen unseres Wetterfrosches Clemens1 und anfänglicher Skepsis, ob diese Tour trocken zu überstehen sei, hatten wir optimales Sonntagsausflugwetter. Also, raus aus dem Bett, rin in die Klamotten, das Rad vom letzten angetrockneten Schlamm des ESK-Nightrides befreit und feststellen, dass mal wieder eine Speiche gebrochen war. Mist, direkt an der Zahnkranzseite. Aber in der 30min S-Bahnfahrt sollte sich das reparieren lassen. Gesagt, getan. Am Startpunkt S-Bahnhof Friedrichshagen trafen sich Clemens1, ESK-Anwärter Markus, Tom und Ritzelflitzer.

Nach anfänglichen Verwirrungen und Warterei wegen Startort und Teilnehmerzahl und der Feststellung, dass der Gesamtwert aller anwesenden Bikes locker das Jahresgehalt eines deutschen Spitzenmanagers übersteigt, fuhr die Gruppe in ihrer gesamten Breite gen Müggelberge. Hier tourten wir ein-, zweimal um das Bergmassiv, bis Markus mit seinem 1. Platten die mobile Feldwerkstatt auspacken musste. Einige Höhenmeter später durfte er seine mangelhaft ausgeführte Flickarbeit nachbessern. Unter dem massiven Druck der immer weiteranwachsenden Spazier- und Fahrradnachobenschieben-gängerschar, von denen einige aus einer nahegelegenen Nervenheilanstalt oder dem 5 D-Forum ausgebrochen sein müssen, verließen wir das Massiv in Richtung Kranichberge. Wir hatten noch nicht die Grenzen des Müggelgebirges verlassen, als Clemens von einem massiven Stahlnagel an seiner Weiterfahrt gehindert wurde. Platten Nr. 3 war schnell behoben und Woltersdorfer Schleuse wurde ohne weitere Pannen erreicht, hier wurde Ballast abgeworfen, Nahrung aufgenommen und sich über die ortsansässige „TieferbisderAuspuffschleift“-Population amüsiert. Die anschließende Erstürmung des Kranichberges war dann der letzte Akt für Markus. Ein längerer Aufenthalt in diesen Höhen wäre für ihn nicht ohne Komplikationen ausgegangen, diese drohten in Form einer Bratpfanne, geschwungen von dem am heimatlichen Herd wartenden Hausdrachens. Der Rest der Truppe bestätigte seine Stärke und Willenskraft und beschloss auf den Fährten eines legendären ESK-Nightrides die Tour weiterzuführen.

Hier stellten wir fest das einige Auffahrten und Abgründe bei Tage viel schlimmer aussehen und nur mit deutlicher Geschwindigkeitsrücknahme bzw. Laufpassagen gemeistert wurden. Kurz hinter Alt Buchhorst fiel der Plattenteufel Nr. 4 über Clemens her. Wir konnten gerade Clemens noch daran hindern ein altes Mütterlein von ihrem 26″ Diamant-Damenrad zu zerren, um sich ihrer Schläuche zu bemächtigen. Seine legendären Latexschläuche, die mehr aus Flicken als aus Latex bestehen, bekamen so ein weiteres Pickerl.

Am Löcknitztal-Wanderweg kamen die ersten Fragen nach dem Zielhafen. Mein Hinweis Erkner ist nicht mehr weit, sollte die Beiden in Sicherheit wiegen, hier ihre Tour beenden zu können. Mein Ziel war es aber die Beiden noch mindestens bis Friedrichshagen zu schleifen. Also, weiter, in Erkner ereilte Tom die Defekthexe und er musste seinen Umwerfer neu einstellen, da sich das Schaltseil aus der Halterung löste. Meine Begründung in Wilhelmshagen erst in die S-Bahn zu steigen, da ich keine ABC-Tarif-Fahrkarte habe, überzeugte die beiden zur Weiterfahrt. Leider waren meine Ortskenntnisse noch nicht so gefestigt, dass ich gezielt zwischen Wilhelmshagen und Rahnsdorf auf die S-Bahnstrecke treffe. Es wäre ein leichtes gewesen, sie weiter in Richtung Rahnsdorf zu locken. So musste ich Clemens bei seiner ESK-Ehre packen und ihm am S-Bahnhof vorbeilocken, trotz Clemens Rückenschmerzen folgten die beiden mir brav sogar über Rahnsdorf hinaus bis Fridrichshagen. Kurz vorher machte mich Clemens auf meinen leicht platten Hinterreifen aufmerksam. Meine Hoffnung bis zum S-Bahnhof den nahen Plattentod zu entgehen, legte ich mich noch mal ordentlich ins Pedal. Der immer platter werdende Reifen vernichtende gnadenlos die gesteigerte Vortriebskraft in erhöhte Reibung. So musste ich 1km vor dem Ziel geschlagen geben und mit ein paar Luftstößen 6. Reparaturpause einleiten. Bis zur S-Bahn hielt der Reifen, wo ich ihn dann flicken musste.

Trotz massiver Plattfüße und Reparaturen hatten wir eine sonnige Tour hinter uns mit ein paar Kilometern und „vielen“ Höhenmetern.

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